Alles auf Anfang: So wird die Saison 2019

Die Regisseure schrauben an ihren Konzepten, der Vorstand tüftelt am Terminplan und für die Darsteller stehen die Castings an: An der Deister-Freilicht-Bühne gehen die Blicke schon in Richtung neue Saison. Um den Jahreswechsel herum sind die Vorarbeiten abgeschlossen, dann starten die Proben für die drei neuen Produktionen. Tickets gibt es ab 1. Dezember hier auf der Homepage und an den Vorverkaufsstellen – also auf jeden Fall rechtzeitig für alle, die zu Nikolaus oder Weihnachten ein besonderes Geschenk machen wollen.

Das sind unsere neuen Stücke:

Das Musical: La Cage aux Folles
Es wird bunt und schillernd auf der Deister-Freilicht-Bühne: „La Cage aux Folles“ ist ein Spektakel für die Augen und Ohren, wenn die Cagelles mit Strapsen und Federboas ihre Späße machen. „Aber das Musical hat auch seine Tiefen und seine Melodramatik“, sagt Malte Großestrangmann vom Bühnen-Vorstand. Denn es geht um ein zeitloses Thema: sich selbst so zu akzeptieren, wie man nun mal ist. Die Zuschauer erwarten in der Inszenierung von Renate Rochell („Ein Sommernachtstraum“) ein tolles Bühnenbild und viele verrückte und anrührende Momente rund um den weltbekannten Song „Ich bin was ich bin“.

Die Komödie: Nach uns die Sintflut
Ein Mord während einer laufenden Theateraufführung – kein Wunder, dass es bei den anschließenden Ermittlungen vor und hinter den Kulissen turbulent zugeht. Das Regieteam Silke Bollhorst und Ullrich Matthaeus hat schon bei „In 80 Tagen um die Welt“ sein Gespür für Pointen bewiesen. Das soll auch in dem Krimi von Frida Wolff wieder so sein: Es gibt viele Anlässe, herzlich zu lachen. Trotz einer überschaubaren Zahl an Darstellern verspricht Bollhorst eine pralle Produktion: „Wir wollen diese große, tolle Bühne mit Leben, Licht und Kulissen füllen.“

Das Familienstück: Des Kaisers neue Kleider
„Unser Anspruch ist immer: etwas spielen, das Kinder begeistert, aber auch Erwachsene zum Nachdenken anregt“, sagt Christian Gundlach. Gemeinsam mit seiner Frau, der Regisseurin Julia Gundlach, ist der Autor und Komponist schon das fünfte Jahr in Folge für das Familienmusical in Barsinghausen verantwortlich. Uraufgeführt wird seine Musicalversion des bekannten Märchens von Hans Christian Andersen. Neben der spannenden Geschichte um den eitlen Kaiser und seine windigen Berater erwartet die Zuschauer aber auch ein ganz spezieller Gundlach-Dreh: „Wir haben in der Geschichte etwas gefunden, das alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen von heute so richtig angeht.“

Wer nicht nur als Zuschauer dabei sein möchte, hat dazu die Chance: „Jetzt wäre der perfekte Moment, um einzusteigen“, sagt Bühnen-Vorsitzende Julia Nuñez-Bartolomé. Ob als Helfer vor oder hinter der Bühne, in der Kostümwerkstatt, der Technik, im Kulissenbau oder als Darsteller: Interessenten können sich unter info@deister-freilicht-buehne.de melden.

Gastspiele / Sonderveranstaltungen 2019 ... und mehr

Musical Night 2019

Die beliebte Musical-Night mit Highlights aus vielen bekannten Musicals gastiert bei uns am Freitag, 5. Juli 2019, 20 Uhr. Karten für diesen Abend gibt es ausschließlich an den Vorverkaufssstellen. Der Vorverkauf beginnt am 1. Dezember 2018.

Tag der Freilichtbühnen 2019

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen! Voraussichtlich am 2. Juni 2019, 10 bis 13 Uhr, bieten wir ihnen Backstage-Führungen, Pyro-Shows, Rundgänge durch den Kostümfundus und vieles mehr. Auch spannend für Kinder. Der Eintritt ist frei!

Werden Sie Stuhlpate

Seit vielen Jahren saßen Sie bei uns auf rustikalen Holzbänken mit wenig Sitzkomfort. Wir freuen uns, dass Sie bei uns zukünftig nicht nur gut hören und sehen, sondern auch bequem sitzen können. Mehr erfahren ...

Autor Christian Gundlach: „Grimm und weg ist unser Nibelungenring“

 

Das Regieteam: Christian und Julia Gundlach und die Regieassistenten Mara und Timo Karasch (v.l)

Christian Gundlach ist Musical-Autor, Komponist und Übersetzer, war Leiter der Musicalsparte am Theater für Niedersachsen. Im Juli kommt seine Musical-Version von „Der bewegte Mann“ am Hamburger Thalia-Theater heraus. „Grimm und weg“ ist nach „Peter Pan“ Gundlachs zweites Familienstück, das seine Uraufführung in Barsinghausen erlebt, bevor es von anderen Theatern im deutschsprachigen Raum nachgespielt wird. Regie führt seine Frau, die Schauspielerin Julia Gundlach.

 

Christian, ebenso wie bei „Peter Pan“ geht es in „Grimm und weg“ darum, sich die Fantasie zu bewahren. Warum ist Dir das Thema so wichtig?

Das Leben ist kompliziert. Als Eltern fragen wir uns: Wie können wir unsere Kinder darauf vorbereiten? Märchen und Sagen helfen, Dinge einzuordnen und zu verstehen, den Mut nicht zu verlieren. In beiden Stücken geht es nicht darum, dass man nie erwachsen werden soll. Es geht darum, sich die Geschichten seiner Kindheit zu bewahren.

 

Märchen können grausam sein, und gerade kleinere Kinder sind oft ängstlich. Wie böse sind denn die Bösen in „Grimm und weg“?

Gerade für ängstliche Kinder sind Märchen wichtig. Im Märchen gewinnt immer das Gute. Das ist die Botschaft, die Kinder gut schlafen lässt. Und bei uns zeigen und verstehen auch die Bösen am Ende: Solange es Märchen gibt, gibt es Hoffnung. Das Stück ist Familienunterhaltung. Es gibt eine Wahrnehmungsebene, mit der auch Drei- und Vierjährige schon etwas anfangen können. Jugendliche werden in dem Stück andere Dinge sehen. Und es gibt eine Botschaft, die auch für Erwachsene bezaubernd sein kann.

 

Welches ist für Dich der schönste Moment im Stück?

Die Kinder auf der Bühne finden Märchen anfangs blöd. Wenn sie am Ende sagen: „Erzähl mir eine Geschichte. Es geht nicht darum, ob sie wahr ist – sondern darum, dass sie mir Kraft gibt.“ Das berührt mich immer wieder.

 

In jeder Vorstellung stehen 60 Menschen auf der Bühne.

Die Kleinsten spielen Zwerge und Geißlein, aber abgesehen davon hat jeder Einzelne eine klare Rolle mit einer eigenen Entwicklung. Bei uns werden die Kinder nicht einfach als Gruppe über die Bühne geführt, sondern tragen die Geschichte. Wir haben Sprech- und Singrollen in allen Altersgruppen. Normalerweise muss man bei einem Stück etwas zehn Rollen führen, hier sind es 54. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Julia und ich haben manchmal bis morgens um 5 über Figuren und Entwicklungslinien diskutiert. Das ist unser Nibelungenring. (lacht)

 

Normalerweise schreibst Du für Profibühnen. Warum lässt Du jetzt schon zum zweiten Mal die Deister-Freilicht-Bühne ein Stück uraufführen und die CD einsingen?

Das ist für mich eine absolute Herzenssache. Die Welt wird globaler und unübersichtlicher. Da ist Theater das große, generationenübergreifende Verständigungsprojekt. Dass 12- und 60-Jährige gemeinsam und gleichberechtigt etwas erarbeiten, das gibt nirgends so wie an den Freilichtbühnen. Da bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut. Für mich sind die Freilichtbühnen die unterschätzteste Kulturform in Deutschland.

22.06.17